Bioidentische Hormone in der Menopause
Die Zeit vor und nach der Menopause kann mit quälenden Symptomen verbunden sein. Viele Frauen leiden unter Wallungen, schlaflosen Nächten, Stimmungsschwankungen und Trockenheitsgefühlen. Eine Hormonersatztherapie mit bioidentischen Hormonen kann eine echte Hilfe sein.
Was sind bioidentische Hormone? Bioidentische Hormone sind chemische Wirkstoffe, die mit den Hormonen die der Körper selbst herstellt identisch sind. Sie sind eine 1:1- Kopie im Gegensatz zu den chemisch abweichenden synthetischen Hormonderivate.
Die Bezeichnung ‘bioidentisch’ ist unabhängig von der Herstellungsart. Die Herstellung erfolgt meist (halb) synthetisch aus der Yamswurzel oder Soja. Pflanzliche oder tierische hormonähnliche Gemische sind nicht bioidentisch.
Die Verabreichungsform der bioidentischen Hormone wie Estradiol, Estriol und Estron sind Gels, Cremen oder Pflaster. Das Progesteron erzielt die beste Wirkung über die Tablettenform, kann aber auch als Creme verwendet werden. Konventionelle Oestrogenpräparate werden geschluckt- dies belastet den Körper aber stärker, da diese Hormone über die Leber abgebaut werden.
Handelsübliche, behördlich zugelassene Präparate sind geprüft. Es ist trotzdem möglich und oft auch sehr hilfreich, individuelle Cremen herzustellen. Dieses individuelle Vorgehen ist allerdings aufwendiger, den die Dosierung der Hormone muss angepasst und gesucht werden. Und diese individuellen Cremen sind nicht geprüft auf ihre Wirksamkeit.
Durch die Haut applizierte bioidentische Hormone sind zwar risikoarm aber es können doch Komplikationen auftreten: am gefürchtetsten ist das Thromboserisiko. Thrombosen sind Blutgerinnsel in den Blutgefässen. Werden diese weggerissen entsteht die Lungenembolie oder eine Hirnblutung. Mit zunehmendem Alter steigt schon natürlicherweise das Thromboserisiko. Deshalb herrscht die übereinstimmende Meinung eine Hormontherapie soll neu nicht über 60 Jahren angefangen werden.
Eine Hormonersatztherapie, selbst mit bioidentischen Hormonen, muss sorgfältig abgewogen werden. Meistens überwiegen aber die Vorteile und verhelfen zu einer besseren Lebensqualität. Die Symptome vor, in und nach der Menopause sind aber so individuell, dass nur Sie entscheiden können ob es Unterstützung braucht.